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Ergebnisse Evaluation der Weiterbildung

Ärzte vergeben "Note 2" für Weiterbildung in Brandenburg

Die Ergebnisse der ersten Evaluation der Weiterbildung in Deutschland liegen vor. Fast 30.000 Ärzte haben im Rahmen einer Online-Befragung ihre Weiterbildungssituation mit Hilfe des Schulnotenkonzeptes von 1 (trifft voll zu) bis 6 (trifft überhaupt nicht zu) eingeschätzt - 944 davon aus Brandenburg. Die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH), die seit 15 Jahren eine entsprechende Umfrage der Schweizer Ärztekammer begleitet, hat die wissenschaftliche Auswertung der erhobenen Daten vorgenommen. Diese schaffen erstmals objektive Vergleichsmöglichkeiten und stellen Transparenz über die Weiterbildungssituation her.

Die Qualität der Weiterbildung sichern und dem Nachwuchs- beziehungsweise Ärztemangel entgegenwirken: Das sind zwei Gründe, die der Bundesärztekammer (BÄK) und den Landesärztekammern Anlass zu der Evaluierung gegeben haben. Um vielfältige Vergleichsmöglichkeiten zu haben, wurden von Juni bis September 2009 Erhebungen für 59 Fachrichtungen gemacht. Bundesweit haben sich 9.876 von insgesamt 16.343 Weiterbildungsbefugten an der Befragung beteiligt - das sind mehr als 60 Prozent. Darüber hinaus haben sich 18.858 von 57.564 Ärzten, die sich in Weiterbildung bei den Befugten befinden (WBA), zu ihrer Weiterbildungssituation geäußert. Dies entspricht einer Teilnahmequote von etwa 33 Prozent.

Betriebskultur wird am besten beurteilt

In der Befragung äußerten sich die Ärzte in Weiterbildung zu insgesamt acht Fragenkomplexen. Dabei wird bei der Auswertung der Ergebnisse deutlich: In sieben Komplexen vergaben die brandenburgischen Mediziner, die sich in Weiterbildung befinden, gleiche beziehungsweise bessere Noten als der deutschlandweite Durchschnitt. Allein bei der Anwendung evidenzbasierter Medizin - die Anwendung der Ergebnisse einer wissenschaftlichen Studie bei der Behandlung eines Patienten - lag die Einschätzung der WBA aus Brandenburg mit 3,93 höher als der bundesweite Vergleich (3,82).

Am besten schätzten die Ärzte mit der Note 2,07 die Betriebskultur in ihrer Weiterbildungsstätte ein und beurteilten damit das Arbeitsklima vor Ort als gut. Gleiches gilt für die Entscheidungskultur (alle Aspekte - soziale, psychische und medizinische - werden berücksichtigt) mit 2,08. Bei der Anwendung evidenzbasierter Medizin dagegen wurde mit durchschnittlich 3,93 die Note 4 vergeben und stellt nach Meinung der Weiterbildungsassistenten das größte Problem dar.

Ökonomischer Druck bestimmt Arbeitsalltag

Neben den acht Fragenkomplexen äußerten sich die WBA aber auch zu ihrer konkreten Arbeitssituation, zur Eigenaktivität sowie zur Arbeitszeit. Hierbei - so die Einschätzung der Bundesärztekammer - wird deutlich, dass der ökonomische Druck den Arbeitsalltag der Mediziner, die sich in Weiterbildung befinden, zunehmend bestimmt. Die ärztliche Arbeitskraft wird durch ständig wachsende nichtärztliche organisatorische und administrative Tätigkeiten beansprucht. Der deutschlandweite Vergleich auf der Basis der Befragung zeigt: Tatsächlich fallen häufig Mehrarbeiten und Überstunden an (91,5 Prozent), welche in 13,9 Prozent gar nicht dokumentiert und in 16,3 Prozent weder durch Freizeit noch durch Bezahlung ausgeglichen werden.

Die Daten der Befragung der Weiterzubildenden als Mittelwerte auf Landes- und Bundesebene in Form eines Landes- beziehungsweise Bundesrapportes können Sie hier abrufen.

Bundesrapport
Länderrapport der Landesärztekammer Brandenburg

Ab 22. März 2010 stehen die "Individuellen Befugten-Berichte" für diejenigen Weiterbildungsstätten zur Verfügung, welche mindestens vier Weiterzubildende aufweisen, die sich in genügender Anzahl beteiligt sowie ihre Zustimmung zur Verwendung ihrer Angaben erteilt haben. Außerdem müssen die Assistenzärzte mindestens zwei Monate an der Weiterbildungsstätte gearbeitet haben.
Die detailliertere Ergebnisse sind über das bekannte EVA-Portal abrufbar.

BÄK: Erfolgreicher Abschluss - Evaluation der Weiterbildung

Die Bundesärztekammer veröffentlichte in einer Pressemitteilung zum Abschuss der Befragungsphase die Teilnahmequoten der Ärztekammern, die an der Studie teilgenommen haben. Hier weiterlesen... Weiter

Ergebnisse der Evaluation der Weiterbildung - 1. Befragungsrunde 2009 (PDF, 3954 kByte)

Länderrapport für die Landesärztekammer Brandenburg - Erstellt durch: Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich) Institute for Environmental Decisions (IED), Consumer Behavior und Bundesärztekamme Hier weiterlesen... Weiter

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