Der 104. Deutsche Ärztetag hat die Arbeitsbedingungen
für junge Ärztinnen und Ärzte in deutschen Krankenhäusern als bedrückend und nicht
länger hinnehmbar kritisiert. Häufig beträgt die wöchentliche Arbeitszeit 60 bis 70
Stunden. Aus Angst, den Arbeitsplatz oder die Weiterbildungsstelle zu verlieren, gibt es
kaum Auflehnung. Nicht bezahlte oder durch Freizeit ausgeglichene Überstunden werden
stillschweigend hingenommen.
Die Beseitigung dieser Missstände ist notwendig. Dazu soll die auf Beschluss des
Vorstandes der Landesärztekammer Brandenburg eingerichtete Beratungsstelle beitragen. Nur
wenn bekannt ist, wo und wie gegen Arbeitsgesetze oder die Weiterbildungsordnung
verstoßen wird, kann die Landesärztekammer ihre Möglichkeiten ausschöpfen, auf
Kliniken und vorgesetzte Ärzte einzuwirken.
Frau OMR Dr. Ingrid Hörning ist die
Ombudsfrau der LÄKB. Sie war 32 Jahre Chefärztin
der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie am
Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus.
Mit der Benennung einer Ombudsfrau will die Kammer
diejenigen unterstützen, die den Mut aufbringen, gegen Missstände ihre Stimme zu
erheben. Im Vordergrund steht die vom Vorstand gewünschte Beratungsfunktion, die auf
Wunsch der anfragenden Ärztinnen und Ärzte über eine informelle Kontaktebene in
Anspruch genommen werden kann.
Die Ombudsfrau wird grundsätzlich nur auf Antrag tätig. Das heißt, sie stellt keine
Ermittlungen aus eigenem Ermessen an. Sie kann jedoch in Abstimmung mit den zuständigen
Gremien einen von ihr angeregten Vorgang begleiten, sofern der Antragsteller und die
übrigen Beteiligten zustimmen.
Um sicherzustellen, dass häufig vorkommende Probleme einer systematischen Bearbeitung
zugeführt werden können, berichten die Ombudsfrau dem Vorstand in regelmäßigen
Abständen. Diese Berichte enthalten keine personenbezogenen Daten, sondern beschränken
sich auf abstrakte, anonymisierte Beschreibungen von Sachverhalten, insbesondere deren
Zusammenfassungen.
Wie sieht Frau Dr. Hörning ihre Rolle als
Ombudsfrau?
"Ich möchte den Kollegen Mut machen, ihre Sorgen und Probleme darzulegen. Oft kann
ein Gespräch schon hilfreich sein. Die Bearbeitung der speziellen Problemsituation wird
die Aufgabe der Ärztekammer sein, an die ich die Informationen weiterleite. Wünschen
Kollegen, dass ihr Name und die Einrichtung nicht bekannt werden, können sie sich bei mir
auf Geheimhaltung verlassen. Die Ärztekammer ist auch an anonymen Informationen
interessiert, weil für sie die Kenntnis von Art und Häufigkeit spezieller Missstände in
ihrem Verantwortungsbereich wichtig ist.
Kontakt
Die Ombudsfrau für Ärztinnen und Ärzte der Landesärztekammer
Brandenburg
Frau Dr. Hörning ist mittwochs von 14.00 bis 17.00 Uhr in der Hauptgeschäftsstelle der Landesärztekammer Brandenburg unter der Telefon-Nummer 0355 78010 60 vertraulich zu erreichen.
Postadresse
Auf dem Postweg ist die Ombudsfrau über die Postadresse der Landesärztekammer
Brandenburg zu erreichen:
Landesärztekammer Brandenburg
Ombudsfrau
Frau Dr. Ingrid Hörning
Postfach 10 14 45
03014 Cottbus