Die Delegierten des 28. Deutschen Hausärztetages in Potsdam forderten die Politik und die Organe der ärztlichen Selbstverwaltung auf,
"unverzüglich ein kurzfristig wirksames Sofortprogramm gegen den Hausärztemangel insbesondere in den unterversorgten Gebieten im Osten in
die Wege zu leiten".
Ein Sofortprogramm, das aber auch im übrigen Bundesgebiet Anwendung finden könne.
Das Ausbluten der hausärztlichen Versorgung könne nur verhindert werden durch:
- Einrichtung von Lehrstühlen für Allgemeinmedizin an allen medizinischen Hochschulen unter Beteiligung von Lehrpraxen,
Pflichtpraktikum in der hausärztlichen Betreuung.
- Kontinuierliche und verlässliche Förderung der Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin.
- Förderung der Niederlassung in strukturschwachen Regionen durch kommunale Maßnahmen.
- Möglichkeit der Anstellung von Ärzten in niedergelassenen Praxen (nicht nur in MVZ).
- Aufhebung der Deckelung von Job-Sharing-Partner in von Unterversorgung bedrohten Gebieten.
- Reorganisation des ärztlichen Notfalldienstes zur Reduzierung der Belastung durch Bereitschaftsdienst und Dienstdurchführung.
- Strikte Reduzierung der Rechtfertigungspflichten und Bürokratiebelastungen.
- Angleichung der ärztlichen Honorierung inden neuen Bundesländern an die alten Bundesländer durch ein Sofortprogramm innerhalb von zwei Jahren.
- Ausgleich der Mittel im ambulanten Bereich bei Verlagerung von stationären Leistungen (DRGs, Onkologie usw.).