auf der 3. Kammerversammlung am 27. November in Dahlewitz
Ein "Phänomen":
Zahlreiche polnische Ärzte blieben nur "maximal
drei Monate in Brandenburg" und gingen
dann - augenscheinlich wegen der besser
bezahlten Jobs - weiter in den
Westen.
Dies habe eine Analyse der Meldestelle
der Landesärztekammer Brandenburg ergeben. 38
Zugängen polnischer Ärzte im Jahre 2004
standen bis zum Zeitpunkt der Kammerversammlung
immerhin auch 22 Abmeldungen
polnischer Kollegen gegenüber. Dies sei eine
bedenkliche Entwicklung, zumal es nicht nur
polnische, sondern auch Ärzte anderer Länder
betreffe. 122 Neuanmeldungen ausländischer
Ärzte insgesamt im Land Brandenburg
standen zum Versammlungszeitpunkt 73
Abmeldungen gegenüber.
Zuvor war Dr. Udo Wolter in seinem Bericht auf die gemeinsame
Sitzung der Vorstände der Bundesärztekammer
und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung
sowie der BÄK-Vorstandssitzung
mit französischen Ärztevertretern eingegangen.
Dabei war u. a. festgestellt worden, dass das
Grundziel des GMG mit der einseitigen Verlagerung
der finanziellen Belastung auf die
Patienten verfehlt worden sei. Die DMP dienten
den Krankenkassen über den Risikostrukturausgleich
als Geldbeschaffungsquelle und
nicht zuallererst dem Patientenwohl.
Der Präsident informierte über den Vermittlungsausschuss
zum 2. Fallpauschalengesetz
und die auf fünf Jahre verlängerte Konvergenzphase
sowie die Kammervorschläge zur
Novellierung des Heilberufsgesetzes (Niedergelassene
können neben ihrer Praxis noch an
zwei weiteren Stellen tätig sein; Erreichbarkeit
der Praxis innerhalb von 30 Minuten; Ärztegesellschaften
in Form juristischer Personen
können gebildet werden).
Die neue Weiterbildungsordnung für Brandenburg
wartet weiter auf die Bestätigung
durch die Landesregierung. Erst wenn in allen
Bundesländern der Facharzt für Innere und
Allgemeinmedizin stehe, so Wolter, könne in
Brüssel die Änderung beantragt werden. Und
erst wenn die letzte Kammer den Facharzt für
Innere und Allgemeinmedizin eingeführt
habe, gebe es vermutlich die Genehmigung
durch die Landesregierung. Er erwarte das
nicht vor dem Herbst 2005.
Quelle: BÄB 01/05