[BÄB 08/2004] Der Krankenhausärzteverband Marburger Bund (MB) startete am 15. Juli eine bundesweite Online-Stellenbörse gegen den Ärztemangel in Krankenhäusern.
Die Arbeitgeber der rund 2.240 Kliniken Deutschlands können bis Ende August auf der Homepage des Marburger Bundes
(www.marburger-bund.de) kostenlos Assistenzarztstellen präsentieren.
"Wir können nicht weiter tatenlos zusehen, dass Deutschland die Ärzte ausgehen", so der MB-Vorsitzende Dr. Frank Ulrich
Montgomery.
Nach Informationen des Marburger Bundes können bundesweit rund 5.000 offene Arztstellen in Krankenhäusern nicht besetzt werden.
Montgomery macht dafür die schlechten Arbeitsbedingungen verantwortlich: "Überlange Arbeitszeiten und unterdurchschnittliche
Einkommen insbesondere für junge Assistenzärzte verjagen den medizinischen Nachwuchs aus der kurativen Medizin."
Der MB will mit seiner Stellenbörse einen Beitrag leisten, den ärztlichen Aderlass einzudämmen,
damit eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung in Kliniken aufrecht erhalten werden kann. Der Marburger Bund
spricht mit seiner Aktion Arbeitgeber an, die attraktive Arbeitsbedingungen vorhalten.
Die Aktion des MB sei auch eine Reaktion auf das neue Arbeitszeitgesetz und die bevorstehende
Abschaffung der "Arzt-im-Praktikum"-Phase.
Montgomery: "Trotz dieser Gesetzesänderungen ist mit der erhofften Verbesserung
der Arbeitsbedingungen nicht zu rechnen, weil die Arbeitgeber die vom Bund bereitgestellten Gelder für die Folgen dieser
Gesetze nur sehr zögerlich annehmen."
So würden beispielsweise reihenweise Ärzte im
Praktikum ihre Kündigungen erhalten, obwohl für deren Weiterbeschäftigung als Assistenzärzte
jährlich 300 Millionen Euro zur Verfügung stehen.