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elektronischer Arztausweis

Die zahlreichen digitalen Anwendungen der Telematikinfrastruktur dienen einer besseren Patientenversorgung und der ärztlichen Information und Kommunikation. Um diese Anwendungen nutzen zu können, benötigen Ärztinnen und Ärzte einen elektronischen Arztausweis.

 

Die zahlreichen digitalen Anwendungen der Telematikinfrastruktur dienen einer besseren Patientenversorgung und der ärztlichen Information und Kommunikation. Um diese Anwendungen nutzen zu können, benötigen Ärztinnen und Ärzte einen elektronischen Arztausweis.

Publikationen

Publikationen und Informationen der Landesärztekammer Brandenburg

Aktuelle Publikationen zum Thema eArztausweis für Sie zusammengestellt.

Was ist der eArztausweis?

Was ist der eArztausweis?

Der klassische Arztausweis behält nach wie vor seine Gültigkeit. Dieser wird auch in Zukunft direkt von uns als Kammer ausgestellt und dient weiterhin zur Identifizierung als Arzt. Die Ausgabe und Herstellung des elektronischen Arztausweises erfolgt nicht über die Landesärztekammern. Es gibt vier Kartenhersteller (D-Trust GmbH, T-Systems, Medisign GmbH und SHC/Atos), die zusammen mit der Landesärztekammer Brandenburg die neuen G2-Karten herausgeben. 

Der elektronische Arztausweis erweitert den klassischen Sichtausweis um die folgenden technischen Besonderheiten:

  • Authentifizierung - elektronische Identitätsprüfung gegenüber technischer Systeme
  • Digitale Signatur - im Sinne des deutschen Signaturgesetzes- SigG
  • Ver-/Entschlüsselung - Zugriff auf die Patientendaten der elektronischen Gesundheitskarte, elektronische Dokumente rechtsgültig signieren und für den Versand über Datenleitungen sicher ver- und entschlüsseln
Beantragung über das Mitgliederportal

Beantragung über das Mitgliederportal

Aufruf des Mitgliederportals im Internet:
portal.laekb.de

Hinweis:

  1. Falls Sie noch keine Zugangsdaten haben oder diese nicht mehr vorhanden sind, können Sie sich mit unserem Meldewesen (meldewesen@laekb.de) in Verbindung setzen. Sie erhalten dann umgehend Ihre Zugangsdaten per Post.
  2. Der eArztausweis ist kostenpflichtig und an eine Vertragslaufzeit gebunden.
  3. Die jeweiligen Konditionen unterscheiden sich zwischen den verschiedenen Kartenanbietern.
  4. Mit der Bestellung eines eArztausweis gehen Sie einen bindenden Vertrag mit dem jeweiligen Kartenhersteller ein.

Schritte zum Antragsprozess

1. Einloggen in das Mitgliederportal:

2. Aufruf des Antragsportals des Kartenherstellers:

  • Im Antragsportal des Kartenherstellers füllen Sie nun den Rest des Antrages aus (Hinweis: Es sind auch Angaben zu Zahlungsmodalitäten erforderlich, da der Kartenanbieter ein monatliches Entgelt erhebt). Bei einigen Kartenherstellern werden sie gleich gebeten, ein Passbild digital hoch zuladen.
  • Auswahl der passenden Identifizierungsart
  • Antrag speichern und als PDF herunterladen

3. Antragsunterlagen und Identifizierung

  • Antragsunterlagen ausdrucken und an den erforderlichen Stellen unterschreiben.
  • Antrag für die Personalisierung mit einem aktuellen Passfoto versehen. Dieses wird später so auf den eHBA gedruckt.
  • Identifizierung - Post-Ident: Sie erscheinen persönlich mit Ihrem Antrag, dem Post-Ident Coupon und einem gültigen Personaldokument bei der Identifizierungsstelle. Als Personaldokument werden der Personalausweis, der Reisepass oder ein Aufenthaltstitel anerkannt.
  • Nach erfolgreicher Identifizierung - den Antrag per Post an den Kartenhersteller versenden.

Nachdem der dritte Schritt abgeschlossen ist, erfolgt der Rest der Antragsbearbeitung automatisch.

Weitere Antragsbearbeitung

  • Ärztekammer erhält die Unterlagen elektronisch, um die Produktionsfreigabe zu erteilen.
  • Kartenhersteller produziert Ihren eArztausweis und versendet diesen per Post. In einem gesonderten Brief wird später auch die dazugehörende PIN verschickt.

Bitte beachten Sie, dass Sie Ihren neuen eArztausweis zeitnah mit der Transport-PIN aktivieren (erstmalig in Betrieb nehmen).

Personenidentifizierung

Personenidentifizierung

Laut Signaturgesetzt ist es erforderlich eine Personenidentifizierung durchzuführen im Zusammenhang mit der Beantragung eines elektronischen Arztausweises. Aktuell gibt es die folgenden Formen der Identifizierung:

NEU - Post-Ident: Die Personenidentifizierung erfolgt in einer Postfiliale Ihrer Wahl.

Kartenanbieter: SHC/ATOS und Medisign GmbH
Nutzen sie bitte den Post-Ident Coupon, der dem ausgedruckten Antrag beiliegt. Für die Identifizierung benötigen sie ein gültiges Personaldokument und den ausgedruckten Antrag mit Post-Ident Coupon.

Kartenanbieter: Bundesdruckerei | D-TRUST GmbH und T-Systems
Sie erhalten eine separate E-Mail von dem Kartenhersteller mit einem Link zur Erzeugung des Post-Ident Coupons. Diesen drucken Sie bitte aus. Für die Identifizierung benötigen sie ein gültiges Personaldokument, den Post-Ident Coupon und den ausgedruckten Antrag.

digitale Anwendungen

Digitale Anwendungen

Digitale Startanwendungen der Telematikinfrastruktur sollen künftig einer besseren ärztlichen Information und Kommunikation dienen:

  1. Notfalldatenmanagement (NFDM)
    Ärzte und Zahnärzte können wichtige medizinische Notfalldaten direkt auf der Gesundheitskarte speichern – sofern der Patient in die Speicherung einwilligt.

    Im Notfalldatensatz können folgende Informationen gespeichert werden:

    • chronische Erkrankungen (z. B. Diabetes, koronare Herzkrankheit) und wichtige frühere Operationen (z. B. Organtransplantation)
    • egelmäßig eingenommene Medikamente,
    • Allergien und Unverträglichkeiten (besonders Arzneimittelallergien mit bekannter schwerer allergischer Reaktion),
    • weitere wichtige medizinische Hinweise (z. B. Schwangerschaft oder Implantate) und
    • ergänzend Kontaktdaten von Angehörigen, die im Notfall benachrichtigt werden sollen, und von behandelnden Ärzten (z. B. dem Hausarzt) und Zahnärzten.

    Der Notfalldatensatz wird durch den anlegenden Arzt mit der qualifizierten elektronischen Signatur des eArztausweises unterschrieben.

  2. elektronischer Medikationsplan (eMP)
    Ärzte, Zahnärzte und Apotheker können den E-Medikationsplan direkt auf der Gesundheitskarte speichern – sofern der Patient in die Speicherung einwilligt und der Patient mindestens drei verordnete Medikamente gleichzeitig einnimmt.
    Zu den Daten des E-Medikationsplans gehören:

    • Angaben zur Medikation, d. h. alle Arzneimittel, die ein Patient einnimmt, und Informationen zur Anwendung (Dosierung, Zeitpunkt, Darreichungsform etc.). Dies umfasst sowohl die vom Arzt oder Zahnarzt verordneten Medikamente als auch Arzneimittel, die rezeptfrei in der Apotheke erworben wurden (OTC). Zusätzlich sind Arzneimittel aufgeführt, die aktuell nicht mehr angewendet werden, die jedoch für die Überprüfung der Sicherheit der Arzneimitteltherapie durch den Arzt, Apotheker oder Zahnarzt relevant sein können.
    • Medikationsrelevante Daten, wie Allergien und Unverträglichkeiten

     

  3. Kommunikation im Medizinwesen (KIM)
    KIM sorgt für den sicheren Austausch von sensiblen Informationen wie Befunden, Bescheiden, Abrechnungen oder Röntgenbildern über die Telematikinfrastruktur zwischen verschiedenen Ärzten bzw. mit Apothekern etc. Nachrichten und Dokumente können künftig schnell, zuverlässig per sicherer E-Mail – mit oder ohne Anhang – ausgetauscht werden.
    KIM bringt folgende Vorteile:

    • Vertraulichkeit der Nachrichten: Kartenbasierte Verschlüsselung macht ein unberechtigtes Mitlesen unmöglich. Sensible Daten können immer nur von demjenigen gelesen werden, für den sie gedacht sind.
    • Fälschungssicher: KIM-Nachrichten können nicht unbemerkt manipuliert werden. Adressaten erkennen immer, ob sie die E-Mail so erhalten haben, wie sie der Absender auch verschickt hat.
    • Geprüfte Identität: Empfänger einer Nachricht können immer sicher sein: Wer als Absender draufsteht, ist auch der Absender der Nachricht. Die Identitäten der KIM-Teilnehmer sind geprüft und bestätigt.
    • Schnelle Auffindbarkeit: Alle KIM-Teilnehmer sind im zentralen Adressbuch z. B. über die Praxisanschrift auffindbar. Es entfällt ein umständliches und fehleranfälliges Suchen oder Austauschen von E-Mail-Adressen.
    • Abrechenbarkeit: KIM ist das sichere Übermittlungsverfahren nach § 291b Abs. 1e SGB V und dadurch die Basis für eine mögliche Vergütung.

    Der eArztausweis wird für die Verschlüsselung der versendeten Inhalte sowie für die Signatur, bspw. eines angehängten Arztbriefes, genutzt.

  4. Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) wird elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU)
    Nach wie vor erhält der Versicherte eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) als Papierausdruck, den er an seinen Arbeitsgeber weiterreicht. Die Zuleitung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) an die Krankenkasse übernimmt dann aber nicht mehr der Versicherte selbst, sondern der ausstellende Arzt. Er übermittelt über die Telematikinfrastruktur die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU), die mit dem eArztausweis signiert wird, an die zuständige Krankenkasse. Die Übermittlung findet mittels KIM statt. Dieses neue Verfahren gilt auch für Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, die im Zuge des Entlassmanagements durch stationär tätige Ärztinnen und Ärzte ausgestellt werden.

Für die Nutzung dieser medizinischen Anwendungen macht der Gesetzgeber hierbei eine grundsätzliche Vorgabe: den elektronischen Arztausweis. Damit wird sichergestellt, dass nur berechtigte Personen auf die medizinischen Daten des Versicherten zugreifen können.

Neben der grundsätzlichen gesetzgeberischen Vorgabe sind es die Funktionen des eArztausweises, die seinen Einsatz im Rahmen der Anwendungen sinnvoll und notwendig machen.

Insbesondere ist dies

  • die qualifizierte elektronische Signatur (QES),
  • mit der medizinische Dokumente (NFDM, elektronischer Arztbrief etc.)

rechtsgültig elektronisch unterschrieben werden.

Die QES ist rechtlich einer eigenhändigen Unterschrift des Arztes oder der Ärztin in der analogen Welt gleichgestellt.

Bis zum Herbst 2020 soll ein Update der Praxis-IT zur Verfügung stehen, dass die medizinischen Anwendungen – NFDM, eMP und KIM – im Zusammenspiel mit dem Konnektor ermöglicht.
Da Patientinnen und Patienten gegenüber dem Vertragsarzt einen Anspruch auf die Erstellung eines Notfalldatensatzes und unter bestimmten Voraussetzungen auf einen eMedikationsplan haben, ist mit einer ansteigenden Nachfrage nach elektronischen Arztausweisen zu rechnen. Beide Anwendungen setzen diesen voraus.

Ab dem 01. Januar 2021 ändert sich das Verfahren der Ausstellung einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU).

Hinweis:
Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung ist es Ärztinnen und Ärzten, die im ambulanten und stationären Bereich Patienten versorgen, zu empfehlen, rechtzeitig einen eArztausweis zu beantragen.