Systemprüfung fehlgeschlagen!
Diese Website verwendet JavaScript.
In Ihrem Browser ist dies nicht aktiviert.
Oder es kam zu einem Fehler in der Verarbeitung.
In diesem Fall aktualisieren Sie ihren Browser, um die Seite neu zu laden.

Jahresbericht

Geschäftsbericht

Vorstand und Geschäftsführung legen Rechenschaft über die Tätigkeit der Landesärztekammer Brandenburg ab.

Dipl.-Med. Frank-Ullrich Schulz, Präsident

Das Jahr 2018 hatte einen außergewöhnlich warmen Frühling und einen heißen Sommer. Trotz der tropischen Temperaturen war es aber kein ereignisloses Jahr. Jens Spahn wurde neuer Gesundheitsminister und war das ganze Jahr über nicht müde mit „neuen Ideen“ aufzuwarten.

Der neue Ressortchef ist in einer Art Sofortprogramm die aus seiner Sicht dringendsten Probleme im Gesundheitswesen und in der Pflege angegangen. Noch bis zur Sommerpause hat er drei Gesetzesvorhaben auf den Weg gebracht: Gesetz gegen den Pflegenotstand, Maßnahmen gegen das gefühlte Problem – der nach seiner Meinung – zu langen Wartezeiten von gesetzlich Versicherten auf einen Facharzttermin und eine Entlastung der Versicherten bei Beitragszahlungen.

Einer der Schwerpunkte der berufspolitischen Arbeit des vergangenen Jahres war das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG). Mit der Erhöhung der Mindestsprechstundenzeit von 20 auf 25 Stunden in der Woche zeigte Jens Spahn wenig Realitätsnähe. Auch die weiteren im TSVG enthaltenen, sehr kleinteiligen Regelungen, wie die offenen Sprechstunden bedeuten Mehrarbeit für die Praxen, aber keine bessere Versorgungsqualität für unsere Patienten. Die kritischen Stimmen zu diesen Ideen waren folgerichtig aus allen Landesärztekammern und Kassenärztlichen Vereinigungen zu hören. Auch wir haben uns in einer Pressemitteilung im Oktober dazu sehr kritisch geäußert.

Was uns sicher auch noch bis ins nächste Jahr – vielleicht sogar bis ins Jahr 2020 begleiten wird – ist die Änderung der Musterweiterbildungsordnung, die dieses Jahr auf dem Ärztetag in Erfurt verabschiedet wurde. Ziel der Gesamtnovelle ist eine kompetenzbasierte Weiterbildung zur Verbesserung der Weiterbildungsqualität. Inhalte statt Zeiten ist das Kernelement der Novelle. Zukünftig geht es nicht mehr darum, wie oft und in welcher Zeit welche Inhalte erbracht, sondern wie und in welcher Form Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten erworben wurden. Jetzt sind die Landesärztekammern bei der Umsetzung gefragt.

Das Ärzteparlament auf dem DÄT hat die Änderung des § 7 Absatz 4 der Musterberufsordnung beschlossen. Zukünftig soll somit eine ausschließliche Fernbehandlung auch ohne einen direkten Arzt-Patienten-Kontakt möglich sein. Die Delegierten der Landesärztekammer Brandenburg hatten gegen diese Änderung gestimmt und einen eigenen Formulierungsvorschlag eingebracht. Unsere Delegierten waren der Auffassung, dass eine Änderung der Berufsordnung in oben genannter Form u. a. unkalkulierbare Risiken für Arzt und Patient zur Folge haben kann. Wir wurden in den Kammerversammlungen immer wieder auf das Problem angesprochen, dass es zu wenig Auszubildende für den Beruf der Medizinischen Fachangestellten gibt. Wir haben dieses Problem aufgegriffen und Kontakt mit einer erfahrenen Werbeagentur aufgenommen um diesen Beruf zu bewerben. Das Konzept wird gemeinsam von Landesärztekammer und Kassenärztliche Vereinigung umgesetzt.

Erfolgreich war im Jahr 2018 unser neues Format „Senioren-Akademie“ des Landes Brandenburg. In zahlreichen Vorträgen wurden die Ärztinnen und Ärzte über die neuesten Entwicklungen in verschiedenen medizinischen Fachgebieten informiert. Das Themenspektrum war dabei sehr breit und nicht nur für ältere Menschen interessant. Die Evaluation und auch die persönlichen Gespräche am Ende zeigten, dass die Senioren die Atmosphäre und die gute Organisation genossen haben. Diese Veranstaltung werden wir in den kommenden Jahren fortsetzen. Ich möchte Sie an dieser Stelle noch einmal auf die Möglichkeit hinweisen, dass Sie über unserer Internetseite Kontakt zu uns aufnehmen können. Sie können Ihre Fragen, Wünsche und Probleme äußern. Gerne kommen wir als Vorstand der Landesärztekammer Brandenburg mit Ihnen ins Gespräch. Wir wollen eine lebendige und serviceorientierte Kammer sein und dafür benötigen wir auch Ihren Input.

Ich bedanke mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, besonders auch den ehrenamtlichen, für Ihr Engagement und wünsche auch für das Jahr 2019 gutes Gelingen.

Dipl.-Med. Frank-Ullrich Schulz
Präsident der Landesärztekammer Brandenburg

Fotos:
© Gorodenkoff / fotolia
© Perig / fotolia