„Gewalt und Bedrohungen gegen medizinisches Personal sind kein Berufsrisiko, das wir hinnehmen müssen. Eine konsequente und zeitnahe Strafverfolgung ist deshalb ein wichtiges Signal“, sagt Dr. med. Steffen König, Präsident der Landesärztekammer Brandenburg. „Gleichzeitig müssen wir stärker in die Prävention investieren und dafür sorgen, dass Ärztinnen, Ärzte und ihre Mitarbeitenden vor Ort angemessen geschützt sind.“
Welche Bedeutung das Thema auch in Brandenburg hat, zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Befragung der Landesärztekammer. Die Erhebung erfolgte in zwei Schritten: Zwischen Dezember 2025 und Januar 2026 wurden die Leitungen der Rettungsstellen in den Brandenburger Kliniken telefonisch befragt. Von Februar bis April 2026 folgte die Befragung der Ärztlichen Leitungen Rettungsdienst. Die Rückmeldungen bestätigen die bundesweit beobachteten Erfahrungen mit verbaler und körperlicher Gewalt gegen medizinisches Personal.
Mit ihrer Meldestelle für Gewalt gegen Ärztinnen und Ärzte hat die Landesärztekammer bereits eine Anlaufstelle geschaffen, an die sich Ärztinnen und Ärzte nach physischen oder psychischen Gewalterfahrungen in Praxis oder Klinik wenden können. Die dort eingehenden Meldungen sollen zugleich dazu beitragen, ein genaueres Bild der Situation in Brandenburg zu gewinnen.
„Der Vorschlag des Bundesgesundheitsministers setzt hier ein wichtiges Signal. Entscheidend ist, dass Prävention, Schutz und eine konsequente Reaktion auf Übergriffe zusammengedacht werden. Dazu wollen wir als Landesärztekammer unseren Beitrag leisten“, betont Dr. König.