Jahresbericht 2025
Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege
Sehr geehrte Damen und Herren,
das Jahr 2025 war eine Reise voller Lernmomente. Wir haben uns weiterentwickelt, zusammengehalten und jede Gelegenheit genutzt, um Neues zu denken und Bestehendes zu hinterfragen.
Unser wichtigstes bundespolitisches Thema – die Krankenhausreform – haben wir in zahlreichen Terminen aktiv begleitet. In vielen Gesprächen mit der Ministerin, dem Ministerium, dem Gremium zur Krankenhausplanung sowie gemeinsam mit der KV Brandenburg haben wir unermüdlich auf die Risiken der Umsetzung des KHVVG hingewiesen. Die Gesundheitsministerin hat sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten im Bundesrat für viele unserer Vorschläge eingesetzt – nicht nur, aber auch mit Erfolg. So sollen die Bundesländer im Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz künftig mehr Spielraum in der Planung erhalten. Leider wurde eines unserer zentralen Anliegen – die stärkere Berücksichtigung der Weiterbildung in der Reform – nicht aufgegriffen.
Da wir mit diesem Ergebnis nun arbeiten müssen, planen wir eine zentrale Beratungsstelle Weiterbildung bei uns einzurichten. Ziel ist es, den zu erwartenden Engpässen besser zu begegnen, Weiterbildungsmöglichkeiten zu vermitteln und Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung aktive Unterstützung anzubieten.
Auch in der Seniorenarbeit haben wir in diesem Jahr einen wichtigen Schritt gemacht. In Zusammenarbeit mit dem Seniorenbeauftragten ist eine Informationsbroschüre für Ärztinnen und Ärzte im Ruhestand entstanden. Neben der Seniorenakademie wurde mit dem Format „Digital unterwegs“ ein Online-Angebot geschaffen, in dem sich Seniorinnen und Senioren zweimal jährlich fortbilden können.
Für die jungen Kolleginnen und Kollegen bieten wir einmal im Jahr ein Webinar an. In diesem Jahr stand es unter dem Titel „Kein Plan ist auch keine Lösung“ und widmete sich Zulassung, Approbation und Ärzteversorgung. Darüber hinaus entsteht derzeit ein Leitfaden, der jungen Ärztinnen und Ärzten die ersten Schritte im System erleichtern soll – als eine Art Checkliste für alles, was nach dem Studium und zu Beginn der Tätigkeit zu beachten ist.
Ein weiteres wichtiges Anliegen war uns die Einrichtung einer Meldestelle „Gewalt gegen Ärztinnen und Ärzte“. Hier haben uns bereits erste Rückmeldungen erreicht. Wir möchten betroffenen Kolleginnen und Kollegen eine Anlaufstelle bieten und gleichzeitig Verbesserungsvorschläge in die Politik tragen.
Neue Wege gehen wir auch in der Zusammenarbeit mit der Medizinischen Universität Lausitz (MUL). Im Netzwerkbeirat MUL bringen wir uns aktiv ein, um Ideen für zukünftige, alternative Versorgungsmodelle in der Modellregion Lausitz zu entwickeln.
Darüber hinaus arbeiten wir in vier Arbeitsgruppen sowie in einer Gesprächsrunde zum Thema Interprofessionalität mit. Dieser Prozess ist personalintensiv, aber notwendig, damit die Grenzen zwischen Delegation und Substitution klar bleiben.
Im Juni hatten unsere Mitglieder die Gelegenheit, sich über den aktuellen Stand an der MUL-CT zu informieren. Insgesamt bieten wir den Ärztinnen und Ärzten zweimal im Jahr die Möglichkeit, sich bei berufspolitischen Veranstaltungen zu aktuellen Themen zu informieren und mitzudiskutieren. So fand gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg unter dem Titel „Medizin ohne Arzt? Von NäPa bis Physician Assistant“ eine Veranstaltung zu arztunterstützenden Berufen statt.
Nachdem wir wieder einmal ein turbulentes berufspolitisches Jahr 2025 hatten sieht es für das Jahr 2026 nicht besser aus. Die Bundesgesundheitsministerin wird neue Gesetzentwürfe vorlegen und man muss kein Hellseher sein um zu wissen, dass diese Einschnitte – auch für Ärztinnen und Ärzte – bereithalten werden.
Dipl.-Med. Frank-Ullrich Schulz
Präsident