Ein seit vielen Jahren auch bundesweit diskutiertes Thema ist die hohe Durchfallquote bei ausländischen Ärztinnen und Ärzten, die in Deutschland praktizieren wollen, es aber nicht im ersten Anlauf schaffen, die einheitlich geltenden Anforderungen der notwendigen Fachsprachprüfung zu bestehen. Grundlage dafür war der seinerzeit gefällte Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz, in welchem die „Eckpunkte zur Überprüfung der für die Berufsausübung erforderlichen Deutschkenntnisse in den akademischen Heilberufen“ festgelegt wurden. Demnach müssen „Ärzte (…) auf der nachgewiesenen Grundlage eines GER-B2 über Fachsprachenkenntnisse im berufsspezifischen Kontext orientiert am Sprachniveau C1 verfügen“. Die Durchfallquote in den einzelnen Bundesländern lag in den vergangenen Jahren im Durchschnitt bei rund 40 Prozent. Die LÄKB ihrerseits hat im Vergleich eine deutlich höhere Durchfallquote.
Um die Durchfallquote in den Fachsprachprüfungen möglichst zu senken und den Kandidaten bereits vor der Prüfung eine realistische Selbsteinschätzung zu ihren Sprachkenntnissen zu vermitteln, wurde ein sogenannter „Pretest“ entwickelt. Gemeinsam mit der Firma medeKI aus München hat sich die Landesärztekammer Brandenburg seit längerem intensiv an der Optimierung des KI-Tools fachlich beratend engagiert, um den Prüfungskandidaten zukünftig eine ergänzende Hilfestellung an die Hand zu geben. In dem „Pretest“ können sowohl das Anamnesegespräch, der Arztbrief und auch das Arzt-ArztGespräch simuliert werden, so wie es dann später auch in der Fachsprachprüfung in Potsdam erfolgt. In der Prüfungssimulation können möglicherweise noch bestehende Schwächen im anschließenden Feedback aufgezeigt werden, um diese Mängel bereits im Vorfeld der eigentlichen Fachsprachprüfung zu beheben. Mit den sprachlich realistisch anmutenden KI-Patienten und auch dem KI-Arzt im dritten Prüfungsteil können die Fälle unbegrenzt beübt werden, welche auf den echten Prüfungsfällen basieren.
Im „Pretest“ können dabei nicht nur die ggf. noch vorhandenen „Problembereiche“ gezielt verbessert werden, sondern am Ende des „Pretests“ gibt es ein realistisches Feedback zu den Chancen die Fachsprachprüfung später zu bestehen. Die LÄKB ist dabei selbstverständlich offen für andere Anbieter, die einen „Pretest“ entwickeln, der den Kandidaten ein realistisches Feedback zum Bestehen der Fachsprachprüfung aufzeigt. Die Landesärztekammer Brandenburg und das zuständige Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) haben sich daher darauf verständigt, den „Pretest“ zukünftig als Voraussetzung zu empfehlen, bevor sich die Kandidaten für einen Prüfungstermin in Potsdam anmelden. Insbesondere ausländische Kollegen, die speziell für die Fachsprachprüfung aus ihren Heimatländern anreisen, können mit dem Pretest bereits vorab eine realistische Selbsteinschätzung über die Erfolgschancen abrufen.
Zudem kann vor Fehlern bewahrt werden, die aus unzureichender Kommunikationsfähigkeit entstehen, wenn die Praxiserfahrungen noch nicht vorhanden sind. Der Pretest von medeKI kann nach unserem aktuellen Kenntnisstand für die Kandidaten dabei komplett kostenlos sein. Hierfür benötigen sie bspw. einen Bildungsgutschein von der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter.