Expertinnen und Experten aus Medizin und Medien diskutierten, welche Möglichkeiten Politik, Gesellschaft, Schulen und Familien haben, um problematischen Medienkonsum zu begrenzen. An der Hybrid-Veranstaltung nahmen online und in Präsenz insgesamt fast 250 Personen teil.
Zum Auftakt sprach Medienunternehmer und Betreiber des Blogs „Elternzeit“, Tobias Dillinger, über Risiken, denen Kinder und Jugendliche in sozialen Netzwerken ausgesetzt sein können. Dazu zählen unter anderem der Kontakt mit pornographischen oder gewaltverherrlichen Inhalten sowie Belästigungen durch pädokriminelle Täter im Internet.
Dr. med. Daniel Illy, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie sowie Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte anschließend medizinische Aspekte der Videospielsucht vor und erläuterte mögliche Therapieansätze. Über das Suchtproblem sagte er: „Wir haben in den vergangenen 15 Jahren verschlafen, über das Thema zu reden.“
In der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Tobias Dillinger und Dr. Illy gemeinsam mit dem Potsdamer Kinderarzt Steven Rohbeck sowie Dipl.-Med. Silke Felgentreff, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie aus Cottbus. Unter anderem wurde dafür plädiert, das Thema Mediennutzung stärker in Vorsorgeuntersuchungen zu berücksichtigen.
Ein Fazit des Abends lautete, dass neben politischen Maßnahmen auch Prävention, Aufklärung und ein bewusster Umgang mit digitalen Medien in Familien wichtig seien. Letztlich sei aber eine konsequente Umsetzung des Jugendschutzes durch die Politik erforderlich.
Die Landesärztekammer Brandenburg begleitet das Thema bereits seit Herbst 2025 mit Pressemitteilungen und Vorträgen und wird es auch weiterhin im Blick behalten.