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Gewalt gegen Ärztinnen und Ärzte in Brandenburg: Landesärztekammer fordert konsequentes Handeln

Potsdam, 11.03.2026 Beschimpfungen im Wartezimmer, Drohungen am Telefon, körperliche Übergriffe im Notdienst. Was früher Einzelfälle waren, wird für viele Ärztinnen und Ärzte in Brandenburg zunehmend zur belastenden Realität. 

Anlässlich des bundesweiten Aktionstages gegen Gewalt gegen Ärztinnen und Ärzte macht die Landesärztekammer Brandenburg auf diese besorgniserregende Entwicklung aufmerksam: Gewalt gegen medizinisches Personal darf nicht zur Normalität werden.

„Ärztinnen und Ärzte gehen jeden Tag zur Arbeit, um Menschen zu helfen – nicht, um beleidigt, bedroht oder geschlagen zu werden“, erklärt Dipl.-Med. Frank-Ullrich Schulz, Präsident der Landesärztekammer Brandenburg. „Die Hemmschwelle sinkt. Das macht uns große Sorgen.“

Die Landesärztekammer betont ausdrücklich: Die überwältigende Mehrheit der Patientinnen und Patienten begegnet dem medizinischen Personal mit Respekt und Vertrauen. Gerade deshalb dürfe aggressives Verhalten nicht verharmlost oder toleriert werden. Gewalt sei kein Ventil für Frust, sondern eine Straftat.

LÄKB richtet Meldestelle Gewalt ein

Bereits im Juni 2025 hat die LÄKB eine Meldestelle „Gewalt gegen Ärztinnen und Ärzte“ eingerichtet. Die Landesärztekammer möchte sich ein Bild innerhalb der Brandenburgischen Ärzteschaft über die Entwicklung der Zahlen und Formen ausgeübter Gewalt machen. Darüber hinaus wird bei Meldungen von Kammermitgliedern der Kontakt zur Rechtsabteilung der LÄKB angeboten, um unkompliziert praxistaugliche Lösungsstrategien zu entwickeln. 

Weiterhin wurden umfassende Umfragen bei den Rettungsstellen der Kliniken sowie den Ärztlichen Leitern Rettungsdienst gestartet. Die gesammelten Daten werden im Laufe des Jahres 2026 statistisch ausgewertet und aufbereitet. Eine Abfrage im niedergelassenen Bereich wurde gegenüber der KVBB angeregt. 

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass es eine konsequente strafrechtliche Verfolgung von Übergriffen, eine bessere Unterstützung für Betroffene sowie die finanzielle Förderung von Sicherheits- und Präventionsmaßnahmen und den Ausbau von Deeskalations- und Präventionstrainings braucht.

Pressekontakt

Kirsten Ohlwein
Öffentlichkeitsarbeit
Kirsten  Ohlwein